Maße und Normen
Benötigte und übliche Grundflächen
Küchenformen
Höhen der Schränke und der Arbeitsplatten
DIN-Normen für Aufbauten, Abstände und Anschlüsse
Ausgangspunkt aller Überlegungen sind die Gegebenheiten der Küche als Raum. Aus seiner Größe und der Positionierung der Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser leiten sich vielfach bereits die Standorte der einzelnen Elemente ab.
Aspekt Nummer zwei sind die Wünsche und Anforderungen des Küchennutzers. Gegebenfalls haben diese sich also den Räumlichkeiten zu fügen, oder Trockenbauer (siehe auch Trockenbau.de), Elektriker und Gas- und Wasserinstallateur müssen gegebenenfalls als erstes die entsprechenden Voraussetzungen für die Traumküche schaffen. Freien Gestaltungsspielraum hat hier eigentlich nur, wer eine neue Immobilie baut.
Raum- und Nutzungskonzepte
- Pantryküche
In kleinen Apartments, aber auch in Ferienwohnungen finden sich häufig Miniküchen oder fest eingemauerte Kochnischen. Diese bestehen lediglich aus einer, oft nur zweiflammigen Kochstelle und einem Spülbecken, manchmal als Ausklapplösung in einem Schrank untergebracht. Zusätzlich finden sich manchmal ein Kühlschrank, oder ein Backofen. Diese Art der Küche trägt die Bezeichnung Pantry oder Kitchenette und ist nur in seltenen Fällen bei einer dauerhaften Nutzung eine zufriedenstellende Lösung.
Pantrys dienen häufig in Büros der Zubereitung kleiner Snacks für geschäftliche Besprechungen, dem Kaffeekochen oder stehen, ausgestattet mit einem Mikrowellegerät, den Mitarbeitern zur Nutzung für ihren Pausenimbiss zur Verfügung.
- Wohnküchen als Standardküchen
Wohnküchen waren in ländlichen und städtischen Haushalten unterer und mittlerer sozialer Schichten lange Jahre eine Mischung aus minimal ausgestatteter Küche und einigen wohnzimmertypischen Möbeln wie Couch und Esstisch. In ihnen spielte sich das Alltagsleben ab, um die Gute Stube zu schonen. Oft war es auch ein reiner Notbehelf, weil ein eigentliches Wohnzimmer fehlte.
Der heute zu verzeichnende Trend hin zu großzügig geschnittenen und auch ausgestatteten Wohnküchen hat seine Ursache in dem wachsenden Stellenwert den Essen und Trinken im Rahmen der Sozialstrukturen einnehmen. Gefördert wird dies nicht zuletzt durch eine Vielzahl von Kochshows im Fernsehen oder einer wahren Flut von Koch- und Lifestyleliteratur rund um die Küche. So gesehen hat sich die Standardküche heute in vielen Familien konzeptionell wieder stark diesem ehemaligen Küchenmodell angenähert, wenngleich Ausstattung und Größe keinesfalls vergleichbar sind. Aber ein schön gestalteter Essplatz fehlt derzeit in kaum einer Küche, die dies räumlich zulässt.
- Arbeitsküche
In Zeiten zunehmender Selbstständigkeit und Tätigkeit von Zuhause aus, nutzen immer mehr Männer und Frauen die Küche auch als Home Office. Ein kleiner Arbeitsplatz an Stelle einer Essecke oder einer Espressotheke entlastet andere Räume der Immobilie.
- Gemeinschaftsküche
Wohngemeinschaften, gleich welcher Art, nutzen in der Regel Gemeinschaftsküchen, egal ob die Kommunarden Studenten sind, oder ob eine Gruppe von Senioren eine altersgerechte Wohngemeinschaft gegründet hat. In beiden Fällen bildet aber gerade so eine Art großzügig dimensionierter Wohnküche oftmals den Dreh- und Angelpunkt einer solchen sozialen Gemeinschaft.
Benötigte und übliche Grundflächen
Laut Statistik steht die deutsche Durchschnittsküche auf zehn Quadratmetern, kostet rund 5.000 Euro und muss alle 15 Jahre Platz für ein neues Modell machen. Im Verlaufe der Jahre haben die Küchen, wie die Immobilien insgesamt, an Größe zugelegt. Bei gehobener Ausstattung eines Einfamilienhauses, aber auch bei Wohnungen, bewegt sich die Größe der Küchen zwischen fünfzehn und zwanzig Quadratmetern.
Küchenplaner orientieren sich zuerst an der zur Verfügung stehenden Stellfläche, denn daran entscheidet sich, ob und wie alle Standardbestandteile einer Küche ihren Platz finden. Bei einer einzeiligen Anbauvariante sind drei bis vier Meter zur Unterbringung der Standardgeräte und zur Schaffung eines Minimums an Arbeitsfläche notwendig. Abdeckungen über dem Spülbecken können etwas Kompensation schaffen. Aber der Spielraum ist gering. Erfahrungsgemäß sollte der Raum bei einer solchen einzeiligen Variante nicht schmaler als 1,80 Meter sein, um ein problemloses Öffnen der Türen und ausreichend Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Die zweizeilige Variante benötigt entsprechend eine Schranktiefe mehr.
Türen, Fenster und Heizkörper schränken die Nutzbarkeit der Stellflächen ein.
Küchenformen
Nach den Grundrissen lassen sich die folgenden Formen einer Küche unterscheiden:
- einzeilige Anbauküche
- frei platzierte Küche aus Einzelelementen
- in den Raum ragende Halbinsel mit integriertem oder zusätzlich angebautem Essplatz bei Übergang in den Wohnbereich
- L-Küche
- U-Küche
- zweizeilige Anbauküche
Die Formen sind wahlweise mit einer Koch- und / oder Nassinsel kombinierbar, das heißt, Kochfeld bzw. Spülbecken werden rundum frei zugänglich im Raum platziert.
Höhen der Schränke und der Arbeitsplatten
Das Maß aller Dinge ist der Mensch. Um ein ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen, müssen die Positionen der Arbeitsplatten und Geräte auf die Größenverhältnisse der Nutzer angepasst werden. In der Fachliteratur ist die Rede davon, dass die Arbeitsfläche 15 cm unterhalb des angewinkelten Armes richtig positioniert ist. Wer hier bei ungleich großen Paaren beispielsweise zum Maßstab genommen wird, sollte man nicht auswürfeln, sondern mit seinem Küchenspezialisten beraten. Üblich sind Arbeitsplattenhöhen zwischen 95 und 105 Zentimetern.
Einen Höhenausgleich schaffen nicht nur unterschiedlich hohe Rastermaße für die Schränke selbst, er kann auch durch die Sockelhöhe vorgenommen werden. Viele Küchenhersteller bieten baukastenähnliche Systeme mit variierenden Korpustiefen, Breiten und Höhen für sämtliche Schränke. Die für allerlei Accessoires genutzten Wandflächen zwischen Ober- und Unterschränken werden in den Maßen begrenzt dadurch, dass auch das oberste Staufach möglichst ohne Leiter nutzbar sein sollte.
Beliebt ist es, für notorische Topfgucker die Kochfläche etwas abzusenken. Viele andere Geräte sind mittlerweile eine oder zwei Schranketagen höher gewandert, um ein leichteres Arbeiten zu ermöglichen. Insbesondere bei sogenannten 50+ - Küchen für Senioren sind Geschirrspüler und Backofen davon betroffen.
Übliche Varianten des Geräteeinbaus sind:
- frei stehende Einzelgeräte
- Unterbau ohne Dekor
- Einbau teil- oder vollintegriert
Ein Sitzarbeitsplatz ist allemal empfehlenswert. Der Handel bietet dazu beispielsweise auf die Arbeitsplattenhöhe abgestimmte Hocker.
DIN-Normen für Aufbauten, Abstände und Anschlüsse
In den folgenden DIN- und EN-Normen sind wesentliche Festlegungen für den Küchenbereich getroffen:
- DIN 14749 - Wohn- und Küchenmöbel - Schränke, Regale und Arbeitsplatten - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
- DIN 18011 - Stellflächen, Abstände und Bewegungsflächen im Wohnungsbau
- DIN 18022 - Küchen, Bäder und WC im Wohnungsbau
- DIN 66354 - Kücheneinrichtungen/Formen, Planungsgrundsätze
- DIN 68881 Teil 1 - Begriffe für Küchenmöbel; Küchenschränke
- DIN 68901 - Kücheneinrichtungen - Koordinationsmaße für Küchenmöbel und Küchengeräte, Spülen und Dekorplatten
- DIN 68930 - Küchenmöbel - Anforderungen und Prüfung
Weitere Regelungen finden sich in den VDE-Vorschriften beispielsweise hinsichtlich der elektrischen Anschlüsse. So ist es meist notwendig, bei getrennter Installation von Kochfeld und Backröhre eine zweite Herdanschlussdose mit einer eigenen über einen FI-Schutzschalter realisierten Absicherung zu verwenden. Gegebenenfalls sind auch frei zugängliche Steckdosen durch Schutzschalter abzusichern.
Neben der Gefahr der zu starken Erhitzung von Schränken neben einem Backofen sind Öffnungsradien beispielsweise von Türen zu berücksichtigen und es ist sicherzustellen, dass Auszüge bei einer Übereckmontage nicht miteinander kollidieren.
Zudem gilt, dass jegliche Arbeiten an Trinkwasserleitungen sind nur qualifizierten Personen erlaubt, um eine Verunreinigung dieses wichtigsten aller Lebensmittel zu vermeiden.
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.Küchenbau.de
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